Weisse Schäferhunde von Meierhafe
Züchter für Weisse Schweizer Schäferhunde in Niedersachsen 

Was der Welpe braucht - Hinweise für Welpen-Eltern

1. Ernährung und Gesundheit:

  • Im ersten halben Jahr haben sich drei Mahlzeiten pro Tag bewährt, später zwei. Die Menge könnt ihr aus den Angaben auf der Futterverpackung errechnen, und sie dann dem individuellen Bedarf eures Hundes anpassen. Wer zu dick wird, muss entsprechend weniger bekommen! Im Wachstum sollen die Hunde schlank sein, damit Bänder und Gelenke nicht übermäßig belastet werden. Auch später ist zuviel Gewicht ein Gesundheitsrisiko.
  • Hochwertiges Welpen-Trockenfutter ist ausgewogen und enthält alles, was der Welpe zum Wachsen braucht, also bitte nichts mehr zusetzen und keine extra Leckerli kaufen, sondern das Futter auch als Belohnung verwenden. Die Alternative zum Trockenfutter, Rohkost-Fütterung (Barfen), ist super für die Darmbakterien und damit für's Immunsystem, erfordert aber einiges an Wissen um die richtige Zusammensetzung. Also informiert euch gut und macht keine Experimente! Ich füttere einmal am Tag Frischfleich und einmal Trockenfutter, das vertragen unsere Hunde prima.
  • Bitte vergesst nicht, immer frisches Wasser bereit zu stellen. Trockenfutter quillt erst später im Magen auf, dann muss der Hund trinken können.
  • Welpen sollen gar nicht mit Floh oder Zeckengift behandelt werden, erwachsene Hunde so selten wie möglich. Informiert euch über die Nebenwirkungen, bevor ihr es ausprobiert!
  • Mit spätestens zwölf Wochen müssen die Welpen den Tierarzt kennenlernen, dann ist wieder eine Wurmkur und die nächste Impfung dran (s. Impfpass). Bei uns wurden die Welpen mit der üblichen Fünffach-Impfung grundimmunisiert und drei- bis viermal mit Pyrantel oder Welpan entwurmt. Der Tierarzt wird jetzt ein anderes Wurmmittel mit breiterem Wirkungsspektrum empfehlen.
  • Die häufigsten Erkrankungen beim Welpen und Junghund sind Durchfall und entzündete Augen. Beides kann hartnäckig sein, aber so lange der Hund nicht zu sehr geschwächt ist, wird er lernen, mit den Erregern umzugehen. Durchfälle entstehen oft durch Stress, Überfüllung und unverträgliche Nahrung. Meistens hilft schon kurzfristiges Fasten, auf jeden Fall muss man das Futter reduzieren und für ausreichend Ruhe sorgen, denn Toben und Rennen bringt auch den Darm in Bewegung.
  • Gesundheit hängt nicht nur von der Ernährung, sondern von der gesamten Lebenssituation ab. Ein entspanntes Umfeld, regelmäßige Ruhephasen, das richtige Maß an Bewegung und nicht zuletzt die Erfüllung der sozialen Bedürfnisse sind Grundlagen für ein gesundes Hundeleben.


2.  Soziale Bedürfnisse:

  • Für den Anfang gilt: Weniger ist Mehr! Deshalb macht in den ersten Wochen noch keine großen Spaziergänge und verzichtet vor allem darauf, euren neuen Freund zum Mittelpunkt des Geschehens zu machen, denn zuviel Aufmerksamkeit überfordert den Welpen und setzt ihn unter Druck. Erstmal muss er nur wissen, wo er hingehört und wem er sich anschließen kann. Ihr könnt ihm helfen, wenn ihr ihm mit Geduld und freundlicher Ruhe begegnet, denn wenn ihr aufgeregt und angepannt seid, wird er unsicher und geht lieber auf Distanz.
  • Beim Lernen, beim "Sich-in-die-Welt-trauen", beim Wachsen und Erkunden hat jeder Hund sein eigenes Tempo. Ihr müsst erkennen, wann euer Welpe für neue Herausforderungen bereit ist, und wann ihr ihn besser noch in Ruhe lassen solltet. Bleibt bei ihm, wenn er unsicher ist, erlaubt ihm seinen Abstand zu "gruseligen" Dingen oder Menschen, verzichtet darauf, ihn ständig herumzukommandieren, und zeigt ihm stattdessen, dass ihr wisst, wo's langgeht und er sich auf euch verlassen kann.
  • Der Welpe soll verstehen, dass ihr für seine Sicherheit zustädig seid. Wenn ihr diesen Job gut macht, werdet ihr euren Hund in schwierigen Situationen viel besser beeinflussen können, denn er hat gelernt, euch die Verantwortung zu überlassen. Er wird eure Führung akzeptieren, wenn ihr ihm zeigt, dass ihr die Resourcen (Futter, Spielzeug) verwalten und seinen Raum begrenzen könnt. Das geht erstmal mit Ruheübungen im Haus sowie dem Warten und Zurückbleiben beim Verlassen des Hauses. Draußen ist es wichtig, den Hund nicht vorzuschicken in fremden, unübersichtlichen Situationen oder Hundebegegnungen.
  • Wenn ihr den Welpen stoppen oder von etwas abhalten wollt, lasst euch nicht von eurem Vorhaben abbringen, sondern bleibt in aller Ruhe dran, bis er euch verstanden hat. - Aber wenn es gar nicht klappen sollte, hört lieber auf und überlegt euch, woran es liegt und was ihr besser machen könntet. Man muss sich nicht in jeder Situation und um jeden Preis durchsetzen, um glaubwürdig zu bleiben. Im Gegenteil. Wenn Stress und Missverständnisse sich hochschaukeln, ist es nötig, Hilfe zu suchen. Wir sind bei Problemen immer ansprechbar, empfehlen aber in schwierigen Fällen die Arbeit mit einem guten Coach.
  • Schöne, verbindende Erlebnisse, gemeinsamer Spaß und kleine Spiele im Alltag stärken das Selbstvertrauen eures Welpen und gleichzeitig seine Bindung an euch. So wachst ihr jeden Tag ein bisschen mehr zusammen. - Hoffentlich zu richtig guten Freunden, die aufeinander achten, sich miteinander wohlfühlen und wissen, was sie aneinander haben.

Viel Freude und gutes Gelingen auf diesem Weg wünschen eure Welpen-Eltern!

Waltraud und Andreas Dietz aus Meierhafe


Lesetipps:

  • "Hunden Orientierung geben" von Karin Actun (vermittelt Grundlagen, klar, verständlich und gut zu lesen)
  • "Wenn Hunde lachen" von Anne Krüger-Degener (Man lernt von der erfahrenen und sehr speziellen Tiertrainerin, wie Kommunikation mit Hunden in ihren Feinheiten funktioniert. - Aber nicht in der kurzen Variante. Lohnt sich für Leute, die mehr verstehen wollen und gern lesen!)
  • Von Anita Balser die "Junghunde" DVD (Viel Film-Material mit guten Beispielen und Anleitungen. Auf den Punkt gebracht, aber trotzdem sehr lang.)
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