Weisse Schäferhunde von Meierhafe
Züchter für Weisse Schweizer Schäferhunde in Niedersachsen 

J-Welpen-Tagebuch Teil 3

hier geht es zu Teil 4, Teil 2 und Teil 1

18.08.

Mit diesem Eintrag geht wieder ein Kapitel des Welpen-Tagebuchs zuende. Die Babys haben in dieser Zeit riesige Entwicklungsschritte gemacht, bezogen auf ihre Ernährung, ihre Körperbeherrschung und vor allem ihre Orientierungsfähigkeit. Alle Sinne sind nun voll ausgereift und werden im täglichen Einsatz geschult. In den nächsten Wochen werden die kleinen Jays diese Fähigkeiten immer weiter entwickeln und dabei auch lernen, ihr soziales Verhalten noch feiner auf ihre Umgebung abzustimmen. Dazu brauchen sie die Rückmeldungen voneinander, von den erwachsenen Hunden und von uns Menschen. Mit anderen Worten: die Erziehungsarbeit hat auch schon begonnen.

17.08.

Heute Morgen wurden die Welpen gegen sechs von einem Gewitter mit Starkregen geweckt. Malenka hat sich daraufhin entschlossen, erstmal eine Runde zu säugen, was bei ihren Kindern natürlich auf große Begeisterung stieß. Danach kam mein Welpenbrei zum Einsatz und es war keinerlei Beunruhigung unter den Welpen mehr zu spüren. Damit sie nicht völlig durchnässt würden, blieben die Ausgänge ausnahmsweise verschlossen, sodass die Kleinen die Innen-Toilette (eine noch relativ große Ecke mit Einstreu und Stroh) benutzen mussten. Auch das funktionierte wie einstudiert. Fazit: Sowohl die Welpen als auch ihre Unterbringungsmöglichkeiten sind inzwischen (fast) allen Wettern gewachsen. Immerhin sind wir auch jedes Jahr damit beschäftigt, sie irgendwie zu verbessern (Die Unterbringung meine ich, die Welpen sind ja schon perfekt!)

Im Moment teste ich gerade, die Ausgänge auch bei Regen offen zu lassen. Bei den ersten Schauern hab ich die Welpen noch jedesmal wieder reingelockt, aber jetzt hat es sich so eingeregnet, dass sie von allein drinbleiben. Wenn sich mal einer in den Regen getraut hat, entscheidet er sich sehr schnell, lieber wieder in den trockenen Bereich zurückzugehen. Zum Glück ist es warm genug für solche Experimente.

Die Fotos sind von gestern abend.

16.08.

Den hoffentlich letzten Hitze-Tag des Jahres werden wir heute auch noch überstehen. Die kleinen Jays ziehen sich inzwischen selbständig in den isolierten Teil der Garage zurück, wenn ihnen sonst alles zu warm wird. Bei Winterwürfen ist das unser beheizbares Nachtquartier für Welpen, was dann dick mit Einstreu und Stroh gepolstert ist, aber im Moment liegen sie dort auf dem blanken Estrich und kühlen ihre Bäuche.

Bei den Fotos heute morgen, hat Jenny sich immer wieder in den Vordergrund gedrängelt, deshalb kommen andere leider zu kurz. Das gleichen wir beim nächsten Mal aus.

15.08.

Diese Zeit mit den Welpen ist einfach nur schön! Die kleinen Glücksmomente, in denen wir die vertrauensvolle Nähe von fragenden und ganz offenen Wesen erleben, denen gerade so viele Dinge zum allerersten Mal bewußt werden, oder auch gar nicht bewußt, sondern einfach ganz selbstverständlich eingesogen werden, nach dem Motto: wow, das ist spannend/ super/geil/unheimlich/tut weh/nervig/ gemein/voll schön, ....  Wir sind life dabei, können es irgendwie mitfühlen, mitleiden und manchmal sogar beeinflussen, was unsere J-Jungs und -Mädels so erfahren. Das ist ein großes Geschenk, und : ja, wir wissen es zu schätzen und genießen jeden Moment.

14.08.

Endlich ist es etwas kühler geworden, sodass die Welpen mehr Lust auf Bewegung und kleine Entdeckungstouren haben. Bisher war immer der Abend die schönste Zeit des Tages. Dann sitzen wir alle gemeinsam beim Sandberg, wo Kleine und Große miteinander toben, kämpfen und kuscheln. Natürlich lassen wir es uns nicht nehmen, dabei einen Welpen auf dem Schoß zu haben und ihn in den Schlaf zu kraulen. Mich überkommt jedesmal ein Glücksgefühl, wenn ein Welpe, der vielleicht noch etwas angespannt und vorsichtig ist, sich dann völlig hingegeben unter der Berührung räkelt und schließlich entspannt einschläft.

13.08.

Schon wieder eine Woche älter! Mit fünf Wochen beginnen die Welpen, etwas mehr von dem zu zeigen, was in ihnen steckt. Beim Erkunden neuer Räume und Dinge werden sie beweglicher, schneller und findiger, und wenn sie miteinander spielen und rangeln kann man schon die ganze Palette der hündischen Kommunikation beobachten. So bekommen wir mehr Anhaltspunkte, um die Welpen auch im Wesen zu unterscheiden.

Unser Job ist dabei, nicht nur zu beobachten, sondern gute Erfahrungen sowie das richtige Maß an Herausforderungen zu organisieren, manchmal Grenzen aufzuzeigen und immer Schutz und Geborgenheit zu garantieren. Damit das richtig ankommt, muss man die Sprache der Hunde nicht nur verstehen, sonden auch anwenden. Wie das geht, zeigen uns unsere erwachsenen Hunde jeden Tag. Von ihnen lernen die Welpen natürlich am allerbesten.

Die Fotos sind gestern am heißen Nachmittag entstanden, als sich die Kleinen ins kühle Bad zurückgezogen hatten.

12.08.

Heute hat Malenka es gut gemeint mit ihren Welpen, sie aber dadurch ziemlich in Bedrängnis gebracht. Sie wollte einen Teil ihres Mittagessens (Beinscheibe) den Kindern überlassen, wie Mütter das gern tun in dieser Phase. Allerdings hat das einen Schwarm von Wespen angelockt, der den gleichen Geschmack und noch viel mehr Appetit hatte als die Welpen. Zum Glück bin ich sehr schnell darauf aufmerksam geworden und habe die begehrten Teile in Sicherheit gebracht (wenn's schnell gehen muss, immer zu Lucy - jetzt ist alles weg!).

Seit gestern ist der erste Durchgang von Welpenbesuchen abgeschlossen. Jede der zukünftigen Familien kennt nun die Welpen und weiß welche Auswahl für sie in Frage kommt. Jantje, Juna, Jette und Jara sind sogar schon in festen Händen. Weil der Name "Jara" von der Familie ausgesucht wurde, die nun Juna bekommt, werden diese beiden Namen ab sofort getauscht. Also: Grün heißt jetzt Juna und Gelb heißt Jara. Die beiden Mädels behalten ihre Halsbänder und tauschen nur die Namen. Auf den Fotos des Tages habe ich das schon so angewandt.

11.08.

Um die heißen Stunden des Tages zu überstehen, bringen wir die Welpen inzwischen zurück ins Haus. Der Flur und das Bad im hinteren Anbau sind gefließt und haben einen Ausgang zum Garten. Hier leben die Kleinen jedesmal auf, fangen an zu spielen und gehen immer öfter durch die geöffnete Tür nach draußen, wenn sie mal müssen. Gegen Abend kommen sie dann zurück in ihren Bereich, wo sie begeistert ihren großen Spielplatz mit dem Sandberg wiederentdecken.

Weil es gerade nicht so viel zu erzählen gibt und außerdem die Speicherkarte der Kamera kaputt ist, habe ich heute mal wieder die Waage bemüht, mit folgendem Ergebnis: Jogi 4700g, Jasper 4410g, Jenny 4140g, Juna 4000g, Jantje 4000g, Jara 3950g und Jette 3850g.

10.08.

Nach einem Wochenende mit vielen Besuchern, schönen Begegnungen und interessanten Gesprächen ist heute ein Ruhetag in Meierhafe. Den nutzen wir natürlich zum Ausruhen, aber auch zum Um-und Abbau von Welpenbehausungen. Die Schlafabteilung für die Welpen im Gartenhaus haben wir genau eine Woche lang gebraucht, aber in der letzten Nacht hab ich allein in der Hütte geschlafen und die Welpen im angrenzenden Bereich zwischen Gartenhaus und Garage. Ich habe ihnen dort Boxen und Körbe aufgestellt, die sie als Schlafplätze nutzen und schon sauberhalten. Die Ecke mit Einstreu und Stroh wird zunehmend als Toilette verwendet. Früh am Morgen öffne ich die über Nacht verschlossenen Ausgänge, dann stürzen alle begeistert nach draußen, wo sie ihr Frühstück bekommen. Zum Nachtisch hat Malenka heute noch mal gesäugt. Das wird zum Glück immer weniger und man kann schon sehen, wie sich das Gesäuge langsam zurückbildet.

09.08.

In den letzten Tagen haben sich die kleinen Jays mit Riesenschritten entwickelt. Den Tag verschlafen sie gern im Schatten, aber morgens und abends erkunden sie immer größere Bereiche ihres Auslaufs. Dabei sind sie meistens in Gesellschaft von erwachsenen Hunde, die ganz unterschiedliche Aufgaben für sie übernommen haben. Indi betreut die Welpen wie Malenka, putzt sie und beseitigt alle ihre Hinterlassenschaften, wenn ich nicht schnell genug bin und ihr zuvorkomme. Außerdem fängt und zerbeißt sie herumschwirrende Wespen. Lucy und Jamie sind eher freundliche Besucher bei den Welpen, die nach dem Rechten sehen und dabei jede Menge Zuwendung verteilen. In der übrigen Zeit sind sie für die Sicherheit zuständig, bewachen Eingänge, beobachten unsere Reviergrenzen und begleiten Besucher (auf eine so charmante Weise, dass keiner merkt, wie er dabei bewacht und kontrolliert wird). Malenka braucht noch ihre Rückzugszeiten, fühlt sich aber immer wieder genötigt den Besuchern zu verkünden, dass sie stören. Irgendwann wird sie hoffentlich verstehen, dass das unhöflich, unerwünscht und auch völlig überflüssig ist, weil nämlich Jamie und Lucy einen richtig guten Job machen.

08.08.

Auch wenn die Eintragung heute mal später kommt, war es ein ziemlich entspannter Tag, mit Hitze und netten Besuchern. Wir teilen unsere Zeit sehr gerne mit den Menschen, mit denen unsere Welpen ihr ganzes Leben verbringen werden. Schließlich haben wir sie sorgfältig ausgesucht. Malenka war wohl die einzige, die alles noch etwas gewöhnungsbedürftig fand. Sie ist eben speziell, unterscheidet zwischen fremd und vertraut und braucht ihre Zeit, um Vorurteile zu überwinden. In diesem Punkt sind wir ihr zum Glück schon voraus!

Vom Vormittag bis zum späteren Nachmittag ist es am Waldrand noch einigermaßen kühl. Dort haben wir ein kleines Gehege aufgebaut, in dem sich die Welpen und ihre Besucher auch bei hohen Temperaturen noch wohlfühlen können. Morgen gibt es eine Wiederholung mit denselben Welpen und neuen  Besuchern.

07.08.

Die eine Herausforderung für mich ist gerade, Malenka manchmal von ihren Kindern fernzuhalten, um das Säugen auf wenige Male am Tag zu beschränken. Wenn es nach ihr ginge, würde sie wohl da weitermachen, wo sie vor der Gesäugeentzündung aufgehört hat. Das heißt aber auch, dass es ihr langsam wieder besser geht. Die andere Herausforderung besteht darin, zu jeder Tageszeit halbwegs kühle Schattenplätze für die Welpen zu organisieren, am liebsten so, dass sie sie selbständig erreichen können. Das geht wahrscheinlich erst, wenn sie sich auch über größere Entfernungen orientieren können, bis dahin tragen wir sie eben von einem Quartier ins nächste. In dem Bereich hinter der Hütte können sie am Morgen und am späten Nachmittag wieder sein. Gestern abend haben sie dort alle im kühlen Sand geschlafen.

06.08.

Die kleinen Jays sind jetzt vier Wochen alt und haben gestern abend schon selbständig aus dem Napf gefressen. Drei kleine Köpfe passten gerade rein, die ließen sich gut gleichzeitig beaufsichtigen. Heute morgen ging das noch besser, sodass ich zur Mittagsmahlzeit schon den nächst größeren Napf benutzen werde, an dem alle gleichzeitig fressen können. Fotos gibt es davon erst, wenn ich nicht mehr so aufpassen muss, dass niemand ins Futter steigt und darin badet.

Die zweite Wurmkur ist heute noch dran und - wenn es nachmittags sehr heiß wird - vielleicht ein vorübergehender Umzug in den besser isolierten Welpenbereich der Garage. Bisher haben sie alle "Umzüge" gut weggesteckt. Nach anfänglichem Geschrei  finden sie mit meiner und Malenkas Hilfe immer wieder einen gemütlichen und "sicheren" Schlafplatz.

Die Gewichte werde ich jetzt nur noch wöchentlich bekanntgeben, weil sie nicht mehr so eine Rolle spielen. Heute sieht man, wie begeistert die Kleinen sich auf ihr Futter gestürzt haben: Jogi liegt vorn mit 3830g, gefolgt von Jasper mit 3530g, Jenny ist mit 3350g die größte und schwerste Hündin, dann kommen Juna mit 3290, Jara mit 3260 und Jantje mit 3200g, Jette ist mit 3120g noch die Kleinste.


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